Der Schicksalsberg

Ohakune – Mount Ngauruhoe – Ohakune

Heute war der Tag. Der Schicksalstag. Ein Berg wartete auf uns. Schon vor 7 war Herr Hitzler erwartungsfroh auf den Beinen und traf die ersten Vorbereitungen. Kurz in die Dusche, dann ging es los. In Whakapapa Village angekommen stellten wir unser Auto an die nahezu selbe Stelle ab wie 2007. Dort trennten sich auch unsere Wege, da ich diesmal Kräfte sparen wollte (dachte ich mir jedenfalls) und das erste Stück mit dem Skilift hinauffuhr, während Oliver die Bergtour am Fuße des Berges starten wollte. Ich holte mir erst einmal einen schönen warmen Kaffee und fuhr dann hoch. Unterwegs traf ich dann den Wandersmann unter mir auf einem Steighang und wir grüßten uns freundlich („Na, willst auch einen Mocca“ … „Ach leck mich doch am Arsch mit deinem Mocca“).

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Oben angekommen machte ich mir es gemütlich, um auf ihn zu warten. Ein Hörbuch (Wahn von Stephen King) verkürzte mir die Zeit. Als er zwei Stunden später immer noch nicht aufgetauchte, wollte ich dann doch mal nach ihm sehen und lief wieder nach unten, in seiner Richtung. Nirgendwo war er zu sehen, da drehte ich um und machte mich alleine an den Aufstieg. Das Fluchen, Stöhnen, Schwitzen und Keuchen lasse ich jetzt mal elegant beiseite. Nach 2 Stunden Aufstieg war ich dann endlich am Kraterrand. Leider war dann oben nichts mehr zu sehen, da mich die schwarzen Wolken inzwischen eingeholt haben. Außerdem hatte ich nur noch eine Stunde bis zur letzten Abfahrt des Sessellifts.

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Also geschwind umgedreht und den Abstieg angepackt. Nur leider habe ich im Wolkenmeer komplett die Orientierung verloren und bin in der falschen Richtung runtergegangen. Nach etlichen artistischen Einlagen, zwei offenen Blasen an beiden großen Zehen, und eine Schmusesekunde mit einem herabfallenden Felsbrocken bin ich im Nebel auf zwei Bauarbeiter gestoßen. Den Sessellift habe ich zu dem Zeitpunkt schon längst abgeschrieben. Diese schauten mich verwundert an, als ich sie nach dem Weg ins Dorf fragte: „Der ist auf der anderen Seite des Bergs“ … Na toll. Nein, ich war nicht frustriert. Auch nicht enttäuscht. Und das ich Felsbrocken angeschrien habe ist auch nur ein blödes Gerücht. Zwischenzeitlich hat mich dann Oliver angerufen, der schon eine ganze Weile am Parkplatz stand und schon kurz davor war, den Rettungshubschrauber zu rufen. Durch ein Kommunikationsproblem hat er „Wir treffen uns oben“ für den Treffpunkt am Krater ausgelegt, ich für die Endstation des Sesselliftes. Demnach ist er unter ähnlichen Bedingungen wie ich bis ganz zum Kraterrand und zum See im Krater gelaufen und hat dort auf mich gewartet. Der Unterschied war nur, dass er den Abstieg relativ schnurstracks zum Auto geschafft hat und währenddessen auch noch die Eisrutschbahn genießen durfte.

Naja, letztendlich sind wir mehr oder weniger wohlbehalten wieder daheim angekommen und konnten die warme Dusche genießen. Eine Wohltat!!

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3 Antworten zu Der Schicksalsberg

  1. Maus sagt:

    omg, vielleicht solltest Du insgesamt das Haus nicht mehr verlassen … Das war ja kaum weniger aufreibend als der Original-Hobbittrek zum Schicksalsberg! Seid Ihr beide heil? Vielleicht doch lieber Kiwis suchen?

  2. Erwin sagt:

    Den Kerl kann man echt nicht alleine lassen…

  3. Erwin sagt:

    War da nicht eins von den kleinen roten dreieckigen Schildern?

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